Aktuelle Studie zur KI-Nutzung in Deutschland
KI-Nutzung in Deutschland 2026: Studie zeigt, wofür Menschen ChatGPT, Gemini & Co. wirklich einsetzen
Wie verbreitet ist die Nutzung von KI-Tools in Deutschland wirklich? Wofür werden ChatGPT, Google Gemini, Claude, DeepL oder GitHub Copilot konkret eingesetzt? Und ist Künstliche Intelligenz bereits ein Einkaufsberater, ein Produktivitätstool oder vor allem ein digitaler Alltagshelfer? Diesen Fragen geht eine aktuelle Befragung zur KI-Nutzung in Deutschland nach.
Die Ergebnisse zeigen: KI ist längst kein reines Zukunftsthema mehr. Viele Menschen nutzen KI-Tools bereits heute regelmäßig. Gleichzeitig ist die Nutzung noch deutlich ungleich verteilt – nach Alter, Bildung, Einkommen und Nutzungstiefe. Besonders spannend ist: Zwischen gelegentlicher KI-Nutzung und fortgeschrittener KI-Nutzung liegen erhebliche Unterschiede.

KI-Tools sind in der Bevölkerung angekommen
Insgesamt geben 60,8 Prozent der Befragten an, persönlich spezielle KI-Tools zu nutzen. 39,2 Prozent verwenden keine KI-Tools.
Am häufigsten ist die private Nutzung. 35,5 Prozent der Befragten nutzen KI-Tools ausschließlich privat, weitere 20,7 Prozent sowohl privat als auch beruflich. Ausschließlich berufliche Nutzung ist dagegen mit 4,6 Prozent vergleichsweise selten.
Damit zeigt sich ein wichtiger Diffusionsmechanismus: KI kommt häufig zuerst im privaten Alltag an und wandert von dort in berufliche Kontexte. Menschen probieren KI-Tools aus, nutzen sie für schnelle Fragen, Übersetzungen, Texte oder Produktsuchen – und übertragen diese Gewohnheiten später auf Arbeitssituationen.
Für Unternehmen ist das ein wichtiger Befund. Die KI-Nutzung beginnt nicht immer mit einer offiziellen Tool-Einführung, einem Schulungsprogramm oder einer IT-Strategie. Häufig entsteht sie informell: Mitarbeitende kennen ChatGPT, Gemini oder andere Systeme bereits aus dem privaten Alltag und beginnen, diese Kompetenz auch beruflich zu nutzen.
Private KI-Nutzung ist mobil, berufliche KI-Nutzung findet am PC statt
Ein deutlicher Unterschied zeigt sich beim Endgerät. Wer KI-Tools privat nutzt, tut dies überwiegend mobil. 62,5 Prozent der privaten KI-Nutzerinnen und KI-Nutzer verwenden KI-Tools vor allem auf einem mobilen Endgerät. 37,5 Prozent nutzen sie überwiegend am PC oder Laptop.
Im beruflichen Kontext kehrt sich das Bild um. Hier nutzen 75,1 Prozent KI-Tools überwiegend am PC oder Laptop, nur 24,9 Prozent überwiegend mobil.
Das ist mehr als eine technische Randnotiz. Es zeigt, dass KI im privaten Alltag häufig situativ und spontan eingesetzt wird: schnell eine Frage stellen, eine Formulierung prüfen, ein Produkt vergleichen, einen Begriff übersetzen. Beruflich ist KI dagegen stärker in produktive Arbeitsumgebungen eingebunden – etwa für Recherche, Schreiben, Präsentationen, Programmierung oder interne Wissensarbeit.
Für die Entwicklung von KI-Angeboten heißt das: Private KI-Anwendungen müssen niedrigschwellig, mobil und schnell sein. Berufliche KI-Anwendungen müssen sich dagegen in bestehende Arbeitsprozesse, Dokumente, Datenquellen und Desktop-Workflows integrieren.
ChatGPT führt klar, Google Gemini ist stark etabliert
Bei den genutzten KI-Systemen zeigt sich ein klares Bild: ChatGPT ist der führende Anbieter. 44,8 Prozent aller Befragten und 73,7 Prozent der KI-Nutzerinnen und KI-Nutzer haben ChatGPT in den vergangenen vier Wochen mehr als einmal genutzt.
An zweiter Stelle folgt Google Gemini mit 30,0 Prozent aller Befragten beziehungsweise 49,3 Prozent der KI-Nutzerinnen und KI-Nutzer.
Der Markt ist damit zweigeteilt. ChatGPT und Gemini sind die dominierenden Alltagsplattformen. Dahinter entsteht ein fragmentierter Markt aus spezialisierten und technischeren Tools. Claude, Copilot, DeepSeek, Grok, LLaMA oder Mistral sind im Durchschnitt noch deutlich kleiner, spielen aber in fortgeschrittenen Nutzergruppen eine größere Rolle.
Auffällig ist außerdem, dass klassische Übersetzungstools wie Google Translate und DeepL im KI-Kontext weiterhin relevant bleiben. Für viele Menschen verschwimmen die Grenzen zwischen KI-Assistent, Suchmaschine, Übersetzungstool und Produktivitätssoftware.
KI verändert bereits die Kaufvorbereitung – aber noch nicht den Kaufabschluss
Besonders interessant ist die Rolle von KI im Online-Shopping. 19,9 Prozent der Befragten haben KI-Tools in den vergangenen vier Wochen für Kaufentscheidungen, Produktauswahl, Preisvergleiche oder Inspiration beim Online-Shopping genutzt. 17,4 Prozent haben sich mithilfe von KI-Tools über Produkte informiert.
Das zeigt: KI spielt bereits heute eine relevante Rolle im oberen Teil der Customer Journey. Sie hilft Menschen, Produkte zu verstehen, Alternativen zu vergleichen, Informationen zusammenzufassen und Kaufentscheidungen vorzubereiten.
Der eigentliche Kaufabschluss findet über KI aber noch selten statt. Nur 1,4 Prozent der Befragten geben an, den Check-out über KI abgewickelt zu haben. 3,0 Prozent haben den kompletten Einkaufsvorgang an einen KI-Agenten übertragen.
Für E-Commerce, Marken und Händler ist das eine wichtige Differenzierung. KI ersetzt derzeit noch nicht den Online-Shop. Sie verändert aber die Informationssuche vor dem Kauf. Damit wird KI zu einem neuen Gatekeeper im Wettbewerb um Sichtbarkeit, Vertrauen und Relevanz.
Wer heute SEO, Content-Marketing, Produktdaten, Vergleichsinformationen und digitale Beratung strategisch denkt, muss KI-Systeme als neue Vermittler zwischen Marke und Konsument einbeziehen. Die Frage ist nicht nur, ob Menschen ein Produkt bei Google finden. Die Frage ist zunehmend auch, ob KI-Systeme das Produkt verstehen, einordnen und empfehlen können.
Fortgeschrittene KI-Nutzer verwenden andere Toolsets
Ein besonders spannender Befund zeigt sich beim Vergleich zwischen durchschnittlichen KI-Nutzern und Personen, die fortgeschrittenere KI-Tätigkeiten durchführen – etwa Programmierung, Präsentationen, Videoproduktion oder agentische Einkaufsprozesse.
Im Durchschnitt nennen KI-Nutzerinnen und KI-Nutzer 2,24 genutzte KI-Tools. Bei Personen, die KI für Programmierung einsetzen, sind es im Schnitt 3,95 Tools.
Das zeigt: Fortgeschrittene KI-Nutzung bedeutet nicht einfach, ein anderes einzelnes Tool zu verwenden. Sie bedeutet vor allem eine größere Toolbreite. Power-User arbeiten mit mehreren Systemen und kombinieren unterschiedliche KI-Angebote.
Bei Programmier-Nutzern ist ChatGPT weiterhin stark: 83,6 Prozent dieser Gruppe haben ChatGPT mehrfach genutzt. Google Gemini kommt auf 70,5 Prozent. Gleichzeitig sind GitHub Copilot, DeepSeek, Grok und Claude deutlich überrepräsentiert. GitHub Copilot erreicht in dieser Gruppe 27,9 Prozent, DeepSeek 24,6 Prozent, xAI Grok ebenfalls 24,6 Prozent und Claude 19,7 Prozent.
Auch bei Personen, die KI-Agenten oder KI-gestützte Check-out-Prozesse nutzen, zeigt sich ein techniknäheres Profil. ChatGPT liegt in dieser kleinen Gruppe bei 86,8 Prozent, Gemini bei 60,5 Prozent, Claude aber bereits bei 36,8 Prozent. GitHub Copilot, DeepL und Grok kommen jeweils auf 28,9 Prozent.
ChatGPT bleibt die Basisinfrastruktur, fortgeschrittene Nutzer ergänzen diese Basis aber häufiger um weitere Modelle und Spezialtools. Claude, Copilot, DeepSeek, Grok und LLaMA sind damit weniger Massenmarktführer, aber wichtige Marker für eine experimentierfreudige Power-User-Schicht.
Was die Studie über den KI-Markt zeigt
Die Ergebnisse zeigen einen KI-Markt in einer Übergangsphase. KI ist bereits breit angekommen, aber noch nicht vollständig institutionalisiert. Viele Menschen nutzen KI regelmäßig, aber häufig für niedrigschwellige Aufgaben: Recherche, Übersetzung, Schreiben, Produktsuche, Inspiration.
Die nächste Entwicklungsstufe liegt in tiefer integrierten Anwendungen: interne Wissenssuche, datenbasierte Entscheidungsunterstützung, Prozessautomatisierung, Präsentationen, Programmierung, agentische Workflows und E-Commerce-Integration.
Für Unternehmen ergibt sich daraus eine zentrale strategische Frage: Wie wird aus individueller KI-Nutzung echte organisatorische Produktivität?
Denn es reicht nicht, Mitarbeitenden Zugang zu ChatGPT oder anderen Tools zu geben. Der eigentliche Wert entsteht erst, wenn KI in konkrete Arbeitsprozesse übersetzt wird: in Recherche-Workflows, Content-Prozesse, Kundenservice, Reporting, Datenanalyse, Wissensmanagement, Angebotsprozesse und Entscheidungsunterstützung.
Fazit: KI ist Mainstream – aber die Nutzungstiefe entscheidet
Die Daten zeigen, dass es große Unterschiede in der Nutzungstiefe von KI gibt. Der durchschnittliche KI-Nutzer verwendet KI als praktischen Alltagshelfer. Fortgeschrittene Nutzer verwenden mehrere Tools, experimentieren stärker und setzen KI häufiger für komplexere Aufgaben ein.
Für Marken, Händler, Medien, Plattformen und Arbeitgeber ist das eine wichtige Erkenntnis. KI verändert nicht nur einzelne Tätigkeiten. Sie verändert, wie Menschen Informationen suchen, Produkte vergleichen, Inhalte erstellen und Entscheidungen vorbereiten.
Die zentrale Herausforderung der kommenden Jahre wird daher nicht lauten, ob KI genutzt wird. Sie wird lauten: Wer versteht die Nutzungsmuster gut genug, um daraus bessere Produkte, bessere Kommunikation und bessere Prozesse zu entwickeln?
Über diese Studie
Befragt wurden quotenrepräsentativ 1.000 Personen im Alter von 18 bis 69 Jahren. Die Erhebung fand im Zeitraum 18. bis 26. Juni 2026 statt. Die Befragung wurde als Online-Befragung über unser hauseigenes Online Access Panel durchgeführt. Weitere Informationen zur Repräsentativität finden Sie hier.
Die Studie wurde für HighText durchgeführt. Weitere Ergebnisse und Einordnungen finden sich auf dem HighText-Portal iBusiness.
Mehr erfahren –
Melden Sie sich hier für unseren Newsletter an und erhalten Sie regelmäßig Einblicke in unsere Studien, aktuelle Informationen zu Methoden sowie spezielle Aktionen.
„*“ zeigt erforderliche Felder an


