Nov14

Über völlig bekloppte Jugendsprache, Weihnachtsgeschenke aus Fernost und rote Diesel Jeans

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Der ultimative Mafo-Wochenrückblick KW 46

Kolumne SPLENDID RESEARCH KW 46
Kann sich noch irgendjemand daran erinnern, wann das Wort „geil“ als Variante von „gut“ in das deutsche Sprachgut Einzug gehalten hat? Genau weiß ich es leider auch nicht, aber der gleichnamige Hit von Bruce & Bongo wurde 1986 veröffentlicht. Zur besseren Orientierung: Im gleichen Jahr wird Mike Tyson – der Schauspieler - zum ersten Mal Schwergewichtsweltmeister im Boxen, Boris Becker – der Pokerspieler - gewinnt zum zweiten Mal das Tennisturnier in Wimbledon, und Manuel Neuer erblickt am 27. März das Licht der Welt. Damals wäre vermutlich keiner auch nur im Entferntesten auf die Idee gekommen, dass 33 Jahre später die beliebtesten Jugendwörter Cringe, Habibi, Alman, Kek und Bratan sein würden. Nix verstanden? Kein Problem, wir lösen auf...
Kann sich noch irgendjemand daran erinnern, wann das Wort „geil“ als Variante von „gut“ in das deutsche Sprachgut Einzug gehalten hat? Genau weiß ich es leider auch nicht, aber der gleichnamige Hit von Bruce & Bongo wurde 1986 veröffentlicht. Zur besseren Orientierung: Im gleichen Jahr wird Mike Tyson – der Schauspieler - zum ersten Mal Schwergewichtsweltmeister im Boxen, Boris Becker – der Pokerspieler - gewinnt zum zweiten Mal das Tennisturnier in Wimbledon, und Manuel Neuer erblickt am 27. März das Licht der Welt. Damals wäre vermutlich keiner auch nur im Entferntesten auf die Idee gekommen, dass 33 Jahre später die beliebtesten Jugendwörter Cringe, Habibi, Alman, Kek und Bratan sein würden. Nix verstanden? Kein Problem, wir lösen auf...



Das Portal vergleich.org hat 20, von Langenscheidt für das Jugendwort des Jahres nominierten, Begriffe genommen und mit Hilfe von SEO-Tools ausgewertet. Cringe liegt mit knapp 77.000 Google-Suchanfragen pro Monat auf Platz 1 der aktuellen Hitliste. Hier noch die Übersetzung für alle Leser abseits der Akne-Fraktion: Cringe steht für etwas Peinliches oder für das man sich fremdschämt.

Meine Prognose: Demnächst werden sich auf den Ämtern der Republik nicht wenige Beamte verwundert die Augen reiben, wenn die jüngere Generation für den nächsten Personalausweis im Antragsformular immer häufiger bei der Staatsangehörigkeit „alman“ einträgt. Alman schafft es mit etwas mehr als 40.000 Suchanfragen auf den dritten Platz und beschreibt eine Person, die sich besonders klischeehaft deutsch verhält.

Mein absoluter Favorit ist allerdings der Begriff „Gönnjamin“ auf Platz 6. Mit diesem Wort bezeichnet der Raketenwissenschaftler von morgen, eine Person die sich gerne Luxus gönnt. Mein persönlicher Tipp: Gönnt euch lieber mal ein gutes Buch – das ist weder cringe noch alman, Bratans (Brüder).

Furchtbar, wie ich mich immer häufiger dabei ertappe, Gepflogenheiten der heutigen Jugend nur noch mit einem überheblichen Kopfschütteln zu kommentieren. Zum Glück ist mein Sohn erst ein Jahr alt, insofern habe ich bis zu seiner Pubertät noch ein paar Jahre Zeit, um meinen Geist auf etwas mehr Offenheit zu programmieren.

Denn neben der Sprache gibt es ja noch weitere Probleme, die sich in naher Zukunft eher noch verschlimmern werden. Die Rede ist – wie kann es anders sein - von der Handynutzung. Eine aktuelle Studie von Bitkom hat nun ermittelt, dass acht von zehn Jugendlichen im Alter von 16 bis 18 Jahren ihr Smartphone permanent dabeihaben. Bei 31 Prozent der Befragten sorgt das wenig überraschend innerhalb der Familie oft für Streit und Konflikte. Etwas weniger als jedem dritten Jugendlichen (29 Prozent) wurde in der Vergangenheit auch schon ein Handyverbot ausgesprochen. Aber für solche Fälle gib es ja zum Glück Tablets.



91 Prozent der 10-18-Jährigen besitzen laut der Studie ein eigenes Handy und davon schätzen 43 Prozent die Qualität ihres Geräts hochwertig bis sehr hochwertig ein. 12 Prozent der Jugendlichen geben sogar an, sich im Freundeskreis nicht akzeptiert zu fühlen, wenn sie kein aktuelles Smartphone besitzen. War früher also tatsächlich alles besser? Keineswegs. Denn damals war man in der Clique schon am Bodensatz der Hierarchie angelangt, wenn man keine farbige Diesel Jeans trug oder das neueste Roxette-Album im CD-Rack fehlte. Da darf sich jetzt jeder selbst überlegen, welches Schicksal härter ist.

Eines ist jedoch so sicher wie das Amen in der Kirche: Auch in diesem Jahr wird zum Weihnachtsfest wieder geshoppt was der Dispokredit hergibt. Eine Studie von Rakuten zeigt, dass die Deutschen dabei immer häufiger fremdgehen und im Ausland einkaufen.

Etwas über die Hälfte (51 Prozent) möchte dieses Jahr die Präsente nicht ausschließlich hierzulande erwerben. Besonders beliebt sind dabei die Länder Großbritannien (60 Prozent), Frankreich (58 Prozent) und Italien (48 Prozent) – 45 Prozent der Befragten planen sogar, die Weihnachtsgeschenke in China zu kaufen.

Logisch, dass die Auslandseinkäufe in der Regel nicht vor Ort, sondern über das Internet getätigt werden – hier zumeist am PC oder Laptop (72 Prozent). Allerdings stehen auch die klassischen Ladengeschäfte (60 Prozent) weiterhin hoch im Kurs. Und falls bei euch dieses Jahr unter dem Weihnachtsbaum eine Badehose oder ein Ventilator liegen sollte, kommt hier die einfache Erklärung: 15 Prozent der Deutschen kaufen bereits Ende des Sommers die ersten Geschenke. In Flip Flops mit einem leichten Schweißfilm auf der Stirn auf Weihnachtsshopping-Tour – eine traumhafte Vorstellung.

Ebenso traumhaft wie die Vorfreude auf das nahende Wochenende. Da es aktuell eher nach Russen-Peitsche denn Sahara-Hitze aussieht, werde ich mich vielleicht schon mal auf die Suche nach ein paar passenden Geschenken für die Liebsten machen. Socken und Unterplinten sind bei Galeria Kaufhof gerade im Angebot, habe ich mir sagen lassen. Und falls die Grabbeltische dort schon komplett leergeräumt sind, mache ich zur Abwechslung mal den Gönnjamin und schaue, was die italienischen Online-Anbieter so zu bieten haben.

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