Nov22

Über heuchlerische Deutsche, Kaufrausch am Black Friday und wertvolle Dating-Tipps

Kategorie // Kolumne

Der ultimative Mafo-Wochenrückblick KW 47

Kolumne SPLENDID RESEARCH KW 46
"Es gibt nichts Gutes, außer man tut es." Dieser weise Satz stammt vom deutschen Schriftsteller Erich Kästner (1899-1974) und kann heute getrost als geflügeltes Wort bezeichnet werden. Für die weniger Wortgewandten unter uns bedeutet das frei übersetzt so viel wie: "Hör´ auf zu labern, sondern mach einfach!" Dass in unserer Gesellschaft zwischen dem eigenen Anspruch und Wirklichkeit immer wieder eklatante Lücken klaffen, zeigt ganz aktuell das Beispiel Umweltschutz mehr als deutlich.
"Es gibt nichts Gutes, außer man tut es." Dieser weise Satz stammt vom deutschen Schriftsteller Erich Kästner (1899-1974) und kann heute getrost als geflügeltes Wort bezeichnet werden. Für die weniger Wortgewandten unter uns bedeutet das frei übersetzt so viel wie: "Hör´ auf zu labern, sondern mach einfach!" Dass in unserer Gesellschaft zwischen dem eigenen Anspruch und Wirklichkeit immer wieder eklatante Lücken klaffen, zeigt ganz aktuell das Beispiel Umweltschutz mehr als deutlich.

Das belegt zumindest eine Studie, die Toluna im Auftrag der Zurich Versicherung kürzlich durchgeführt hat. Demnach ist der Wille zu einem nachhaltigeren Leben bei den meisten Deutschen zwar stark ausgeprägt, doch das Fleisch ist (noch) zu schwach, um dieses Vorhaben letzten Endes in die Tat umzusetzen.

Besonders problematisch wird die Umsetzung des „grünen Gedanken“ ganz offensichtlich bei den Themen Reisen, Kleidung und Mobilität. Lediglich 44 Prozent der Befragten wären bereit, bei der Buchung einer Reise auf ökologische Gesichtspunkte zu achten und noch weniger (40 Prozent) erwägen eine umweltfreundlichere Alternative bei Verkehrsmitteln. An der Kasse im Supermarkt selbstverliebt den eigenen Jutebeutel aus der Tasche zu zaubern, scheint dann eben doch für viele genug der persönlichen Entbehrlichkeitsbereitschaft.

Die Spitze des Eisbergs zum Thema „Wasser predigen und Wein trinken“ erklimmen die Deutschen allerdings, wenn es um Mode geht. Style und Preis sind den Konsumenten eindeutig wichtiger als Nachhaltigkeit – nur 38 Prozent würden ihren Kleiderschrank nach ökologischen Kriterien füllen.

Beim Thema Nahrungsmittel scheinen wir da jedoch schon etwas weiter zu sein. Und was in dem Zusammenhang die Preisbereitschaft für regionale Produkte betrifft, liefert der „Handelsmarkenmonitor 2019“ von Ipsos interessante Ergebnisse. Demnach werden Handelsmarkenprodukte, die auf den Faktor Regionalität setzen, von den Konsumenten immer stärker wahrgenommen. Und der Bedarf scheint noch lange nicht gedeckt: Etwa zwei von drei Befragten wünschen sich sogar ein noch größeres Markensortiment aus der eigenen Region – besonders die älteren Zielgruppen (60+ Jahre).



Bei der Preisbereitschaft äußerst sich der Wunsch dann allerdings etwas defensiver. Nur 39 Prozent wären bereit, für regionale Produkte mehr Geld auszugeben – hier sind es in erster Linie die Jüngeren (18-39 Jahre) und Befragte ab einem Haushaltsnettoeinkommen von mindestens 1.500 €.

Der Rest spart sich das Geld wohl lieber für den Black Friday. Für alle Freunde des Klugscheißens: Die wahre Geschichte des Black Friday findet ihren Ursprung wohl in den 50er Jahren in Philadelphia. An einem Freitag nach Thanksgiving drängte durch den traditionellen Familienfeiertag am Donnerstag, gepaart mit einem großen Footballspiel am Samstag, eine derart große Menschenmasse in die Stadt, dass der Polizei – auch angesichts der zu verrichtenden Überstunden - dafür nur noch der Begriff „Black Friday“ einfiel. In der Folge verbreitete sich die Bezeichnung über das gesamte Land.

In Deutschland ist dieser besondere Tag der Schnäppchen jedoch erst seit ein paar Jahren in Mode. Und anscheinend versuchen wir nun mit Kräften, alle schönen Rabatte und Angebote, die an uns vorüber gezogen sind in den vergangenen 60 Jahren, wieder reinzushoppen. Denn eine Erhebung des Technologie-Anbieters Global Savings Group hat ergeben, dass die Deutschen während dieser Shopping-Periode im vergangenen Jahr 512 Prozent mehr Umsatz gemacht haben als in der jeweiligen Vorwoche. Damit liegen wir hierzulande deutlich vor den USA (211 Prozent) und UK (191 Prozent).



Am meisten erwarben die Deutschen in dieser Periode Mobiltelefone und andere elektronische Geräte (62 Prozent) – erst mit großem Abstand folgt Kleidung mit knapp 14 Prozent. In besonders hohem Maße beteiligten sich die jüngeren Käufer am letztjährigen Black Friday. Circa 85 Prozent waren 45 Jahre oder jünger und fast jeder Vierte war zwischen 18 und 24 Jahre alt.

Allerdings wird nach den folgenden Studienerkenntnissen wohl kaum noch einer sein sauer verdientes Geld in Elektrogeräte stecken. YouGov und Statista haben nämlich herausgefunden, was das Blut bei potenziellen Dating-Partnern besonders schnell zum kochen bringt. Ein tolles Smartphone oder eine 60 Zoll Glotze locken jedenfalls niemanden mehr hinter dem Ofen vor. Doch was ist es, was auf viele Frauen und Männer besonders anziehend wirkt?

Hier die Auflösung: Für 54 Prozent der Männer wäre ein Eigenheim Grund genug, eine potenzielle Partnerin zu daten – andersherum sind es (offiziell) nur 45 Prozent der Frauen, denen der Besitz einer Immobilie bei der Partnerwahl wichtig ist. Der zweitwichtigste Grund ist, sowohl bei Männern (41 Prozent) als auch bei Frauen (40 Prozent), der Besitz eines eigenen Autos. So viel zum Thema „Carsharing ist die Zukunft“.

Wem Immobilie und Auto zu kostspielig sind, sollte sich dafür schleunigst einen Hund anschaffen. Denn bei immerhin etwa einem Drittel erhöht ein Fiffi (an der Leine, nicht auf dem Kopf) die Chance auf eine gemeinsame Zukunft.

Aber wer weiß: Vielleicht ist ja für manche Traumfrau in spe auch ein batteriebetriebener Elektrohund ein Kompromiss. Den könnte man in Kürze beim Black Friday kaufen und bietet zudem einen entscheidenden Vorteil: Er frisst einem nicht das teure regionale Obst weg.

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