Artikel zum Thema: Marktforschungsmethoden

Kundenbefragung – was sie nutzt, wie sie gelingt

Mit diesen Tipps lernen Sie Ihre Kunden tatsächlich kennen

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Kundenzufriedenheit ist das A und O eines jeden Unternehmens. Um herauszufinden, wie es darum steht, können Sie eine Kundenbefragung vornehmen. Wir erklären Ihnen, worauf Sie achten müssen, um die Meinung Ihrer Kunden bestmöglich kennenzulernen und diese für Ihre Unternehmensplanung und -weiterentwicklung nutzen zu können.

Was Kundenzufriedenheit bedeutet

Was genau versteht man unter dem Begriff „Kundenzufriedenheit“? Er stammt aus dem Marketing und beschreibt die Differenz von Kundenerwartung und Bedürfnisbefriedigung. Oder anders ausgedrückt: wie Dienstleistungen, Produkte sowie Support beim Kunden ankommen. Bei hoher Kundenzufriedenheit haben Ihre Kunden eine geringere Wechselbereitschaft und würden mit hoher Wahrscheinlichkeit Ihr Unternehmen auch weiterempfehlen, bei niedriger Kundenzufriedenheit sollten Sie sich Gedanken machen und etwas ändern, da Ihre Produkte den Kunden nicht überzeugen.

Finden Sie heraus, was Ihre Kunden tatsächlich denken!

Doch wie finden Sie heraus, wie es um die Meinung der Kunden bezüglich Ihres Unternehmens steht? Mittels einer Kundenbefragung! Im Folgenden erklären wir Ihnen, worauf es dabei ankommt und was Sie berücksichtigen sollten.

„Das übergeordnete Ziel heißt: den Kunden kennen und ihn möglichst genau verstehen lernen“, so unsere Projektleiterin Luise Neumann. Das bedeutet: Daten erheben, sie auswerten, Maßnahmen ableiten und umsetzen und letztlich den Unternehmenserfolg steigern.

„Mittels einer Kundenbefragung ist es möglich, Informationen über die Bedürfnisse, die Produktgestaltung oder auch die Markenbekanntheit einzuholen“, so Neumann. Weitere Fakten, die wir mit einer Befragung erheben können, sind bspw. die Positionierung im Markt, mögliche Alleinstellungsmerkmale oder auch die Differenzierung im Wettbewerb. „Es gibt eine Unmenge an Ergebnissen, die wir durch eine Kundenbefragung ermitteln können“, so unsere Projektleiterin, doch sei es essentiell, das Ziel nicht zu umfassend zu gestalten, da dies die praktische Umsetzung erheblich erschwere und die Ergebnisse mit großer Sicherheit nicht mehr valide seien. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Befragung online, postalisch oder am Telefon erfolgt. Ein darauf spezialisiertes Institut kann Ihnen bei der Konzeption der Befragung Ihrer Kunden helfen.

Ob Ihre Kunden zufrieden sind, erfahren Sie mittels einer professionellen Befragung

Kundenbefragung: Definieren Sie Ihr Ziel

Zunächst muss das Ziel der Kundenbefragung somit klar definiert und eingekreist werden. Dieses Ziel hängt – logischerweise – von den aktuellen Bedürfnissen des Unternehmens ab. Sie wollen wissen, wie es um Ihre Preisgestaltung steht? Dann holen Sie Feedback ein zu einem bestimmten Produkt und dessen Preis. Passt dies zur Vorstellung Ihrer Kunden oder gibt es Verbesserungspotenzial?

Oder interessiert es Sie, wie es um das Unternehmensimage steht? Fragen Sie beim Kunden nach, wie zufrieden dieser mit Ihrem Service ist. Der Service ist relevant und beeinflusst letztlich auch so manche Kaufentscheidung.

Schaffen Sie optimale Rahmenbedingungen für Ihre Kundenbefragung

Wenn dies geschehen ist, geht es an die praktische Umsetzung: „Wir können dann die Inhalte, den Umfang, Ablauf, Methode sowie den Teilnehmerkreis professionell festlegen“, so Neumann. Dabei gilt: Der Fragebogen sollte so kurz wie möglich und so umfangreich wie nötig gehalten werden, denn das erhöhe die Teilnahmebereitschaft der Kunden erheblich und verschaffe der Umfrage Akzeptanz.

Des Weiteren hat der zeitliche Rahmen, in dem die Kundenbefragung stattfindet, Einfluss auf die Ergebnisse: „Erfahrungsgemäß fällt die Zahl der Teilnehmer in Ferienzeiten und in arbeitsreichen Zeiträumen der Zielgruppe weit geringer aus als zu normalen Zeiten.“ Das Weihnachtsgeschäft oder auch die Zeit vor einer Messe sind also eher schlechte Zeitpunkte für eine Kundenbefragung, sollte die Zielgruppe hier involviert sein.

Wenn Sie all das berücksichtigt haben, so geht es im letzten Schritt an die Auswertung sowie die Analyse der erhobenen Daten. „Daraus können die Unternehmen dann individuelle Maßnahmen ableiten“, erläutert Neumann.

Gut durchdacht ist halb gewonnen – damit die Ergebnisse Ihrer Befragung Ihrem Kunden nützen

Bevor die durch die Kundenbefragung erkannten Schwachstellen ausgemerzt werden, ist es ratsam, die wirtschaftlichen Auswirkungen zu analysieren und zu berücksichtigen. Denn: Viele Verbesserungen erfordern erst einmal auch Investitionen oder aber eine Steigerung der laufenden Betriebskosten. „Es wäre natürlich unwirtschaftlich, einseitig die Kosten zu erhöhen, wenn diese nicht an anderer Stelle eingespart werden oder eine entsprechende Umsatzsteigerung zu erwarten ist“, fasst Neumann zusammen.

Regelmäßigkeit ist der Schlüssel zu langfristigem Erfolg

Einmal ist keinmal? Nicht ganz, aber fast. Mit einem einmaligen Ergebnis haben Sie natürlich die Möglichkeit, den Status Quo an die Bedürfnisse Ihres Kunden anzupassen. Doch nimmt dieser die Änderungen auch an und bringen Sie Ihnen den erwarteten Nutzen? Dies erfahren Sie erst dann, wenn Sie Ihre Kundenzufriedenheitsbefragung in regelmäßigen Abständen durchführen. Sie ermitteln so den Kundenzufriedenheitsindex (engl. Customer-Satisfaction-Index). Damit lassen sich Trends in der Entwicklung der Kundenzufriedenheit messen. Dadurch kann das Unternehmen diese Tendenzen stets im Fokus behalten. So sehen Sie direkt, ob Ihre Maßnahmen angenommen werden und Sie die Kundenbedürfnisse auch optimal bedienen. Kurz: Ob Ihre Kundenbefragung von Erfolg gekrönt ist.

Weitere Informationen zum Thema "Kundenbefragung" finden Sie in unserem kostenlosen White Paper, das Sie hier anfordern können:

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Markenbekanntheit – einfach erklärt

Darum sollten Sie sich mit Ihrer Brand Awareness beschäftigen

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Jeder, der schon einmal in einem Geschäft einkaufen war, kennt es: Sie stehen vor einem Regal mit einer großen Auswahl an Lebensmitteln und möchten noch schnell eine Packung Chips kaufen. Sie werden sich mit ziemlicher Sicherheit für eine Marke entscheiden, die Ihnen bekannt ist. Man nennt das intuitiv einkaufen. Und diese Käufe betreffen sage und schreibe 95 Prozent unserer Besorgungen (Quelle: Kahneman, Daniel: Thinking, fast and slow). Genau deshalb ist die Markenbekanntheit so essentiell. Natürlich sollte man sie immer im Zusammenspiel mit dem Image selbiger Marke betrachten – denn eine hohe Bekanntheit bei schlechtem Image führt noch nicht unbedingt zum Erfolg.

„Bei besonderen Anschaffungen wie dem neuen Smartphone oder einem teuren Auto macht sich der Käufer hingegen natürlich schon Gedanken und wägt ab und vergleicht“, erklärt unser Projektleiter Kolja Turkiewicz. Im Gegensatz zum intuitiven Kauf denkt der Kunde in diesen Fällen logisch. Und entscheidet sich dann auch gern einmal für eine unbekannte Marke, sofern diese beispielsweise von Insidern empfohlen wird. Diese Käufe sind jedoch prozentual gesehen die Ausnahme. Deswegen: Setzen Sie sich damit auseinander, wie bekannt Ihre Marke tatsächlich ist und lassen Sie Ihre Brand Awareness messen.

Markenbekanntheit durch Marktforschung ermitteln – nutzen Sie das Potenzial für sich

Um zu wissen, wie es um die Bekanntheit und das Image Ihrer Marke steht, benötigen Sie fundierte Daten – und hier kommt die Marktforschung ins Spiel! Denn sie bildet die wissenschaftliche Basis für Ihr weiteres Vorgehen. Mit Hilfe der Daten, die Ihnen die Marktforschung – übrigens online und binnen kürzester Zeit – liefern kann, können Sie richtige und wichtige Entscheidungen treffen. Egal, ob es sich um die Planung einer Kampagne handelt, ob Sie das Budget festlegen wollen oder entscheiden müssen, wie Ihr neues Logo-Design aussehen soll. Nach erfolgreicher Untersuchung der Markenbekanntheit können Sie all diese und weitere Fragen beantworten – ganz ohne Bauchgefühl, dafür mit fundierten Ergebnissen als Grundlage. Marktforschung hilft Ihnen übrigens auch dabei, zunächst einmal den Ist-Zustand herauszufinden.

Social-Media-Analyse gleich Markenbekanntheitsuntersuchung?

Nein! Denn verschiedene Kanäle geben immer auch Auskunft über verschiedene Zustände und können nicht blind miteinander verglichen werden. So ist der meist gegoogelte Begriff nicht zwangsläufig auch der bekannteste. Beispiel: Alice Weidel steht in Deutschland auf der Rangliste bei Google höher als Angela Merkel. Trotzdem ist Angela Merkel mit Sicherheit nicht weniger bekannt unter den Bundesbürgern als die umstrittene Politikerin. Fazit: Ein Entscheider kann von einem Wert nicht auf einen anderen schließen, sondern muss Daten aus unterschiedlichen Quellen differenziert betrachten. Auch dies ein Grund, die Markenbekanntheit von einer professionellen Marktforschungsagentur untersuchen zu lassen, um diese Ergebnisse anschließend mit den eigenen Social-Media-Daten abgleichen zu können.

Märkte ändern sich – die Bekanntheit von Marken ebenso

Da sich die Markenbekanntheit natürlich im Laufe der Zeit ändern kann und kein statischer Wert ist, empfiehlt es sich, in regelmäßigen Abständen eine Markenbekanntheitsuntersuchung durchzuführen. „Wir empfehlen eine alljährliche Erhebung“, so Turkiewicz. Denn durch Kampagnen oder Werbung der Konkurrenz oder aber durch eine weitere neue Marke, die den jeweiligen Markt erobert, ändert sich auch die eigene Bekanntheit. Dies sollte jedes Unternehmen stets im Blick haben. Auch bei der Durchführung einer Kampagne ist es sinnvoll, sich die Bekanntheit vorher - nachher anzusehen. Durch die Untersuchung der Markenbekanntheit mithilfe der Marktforschung stehen dann valide Daten mit hoher Aussagekraft zur Verfügung: War die Kampagne erfolgreich? Lohnte sie sich? Sollten wir so etwas wiederholen?

Markenbekanntheit – essentielles Know-how für jeden Marketingentscheider und Unternehmer

Dass die Bekanntheit Ihrer Marke und das Wissen darum relevant für viele Marketing-Entscheidungen ist, sollte nun jedem klar sein. Sie ist eine unbedingte Zielgröße für jedes Unternehmen, die es im besten Fall gilt, zu steigern. Denn durch eine hohe Bekanntheit vermittelt Ihre Marke dem Verbraucher Vertrauen und schafft ein Gefühl von Sicherheit. Zudem gelten bekannte Marken, die bereits lange am Markt sind, gemeinhin als verlässlich und erfolgreich. Das beeinflusst neben der Präferenz für eine bestimmte Marke natürlich letztlich auch die Zahlungs- sowie die Preisbereitschaft des Kunden (auch dies übrigens Punkte, die Sie mithilfe der Marktforschung untersuchen können).

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Die fünf Schritte der klassischen Marktforschung

Egal, um welche Marketingmaßnahme es geht – um diesen Prozess kommen Sie nicht herum

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In diesem Beitrag beschäftigen wir uns mit den fünf wichtigsten Schritten der Marktforschung. Unsere Projektleiterin Carina Krämer erklärt, wie der Weg hin zu validen Ergebnissen am besten gelingt: „Man nennt sie die fünf „Ds“ der klassischen Marktforschung – fünf Phasen, die unumgänglich sind und die wir im Folgenden näher erläutern möchten.“

Definition.

What’s your problem? In dieser ersten Phase geht es zunächst einmal um die Frage, welches Problem überhaupt gelöst werden soll. Institut und Kunde müssen das Ziel klar definieren. „Das reicht von der Markenbekanntheit eines Unternehmens über die Untersuchung des Images einer Marke bis hin zur Wettbewerbsanalyse oder der Preisforschung“, erläutert Krämer.

Design.

Danach wird es ernst. Institut und Kunde müssen das Timing festzurren. Es folgen die genaue Zielgruppen- sowie die Inzidenzbeschreibung, also wie häufig das zu untersuchende Merkmal vorkommt. Außerdem muss die Größe der Stichprobe festgelegt werden. „Wichtig ist dann noch die Festlegung der Erhebungsform“, so unsere Projektleiterin. Sprich: Fällt das Projekt in die qualitative oder die quantitative Marktforschung und wird online oder telefonisch erhoben? Krämer: „Im nächsten Schritt konzipieren wir oder ein entsprechendes Institut den Fragebogen im Hinblick auf die Zielsetzung.“ Auch setzt das Institut bereits jetzt fest, wie die Daten ausgewertet werden und welche Verfahren für den speziellen Fall infrage kommen.

Datengewinnung.

Ein weites Feld. „Wir stellen uns anschließend die Frage nach der Datengewinnung – welche Art nutzen wir?“, so Krämer. Dazu gehört die Antwort auf die Frage, wie ein Institut die gewählte Zielgruppe am schnellsten und effektivsten erreicht. Da gibt es diverse Möglichkeiten:

  • schriftlich (PAPI – Paper and Pencil Interview)
  • telefonisch (CATI – Computer assistiertes Telefon-Interview)
  • face-to-face (CAPI – Computer assistiertes persönliches Interview)
  • internetbasiert (CAWI – Computer assistiertes Web-Interview)

 „Wir haben uns auf die Onlinebefragung spezialisiert“, so Krämer. „Sie ist kostengünstig für den Kunden und wir erreichen mit ihr in sehr kurzer Zeit viele Personen.“ 

Datenanalyse.

Jetzt geht’s ans Eingemachte. „In diesem Schritt müssen wir die gewonnenen Daten exakt auswerten“, so Krämer. Dafür existieren ganz unterschiedliche Methoden, die das Institut zur Verfügung hat. Sie wollen wissen, für welche Farbe der Kunde bereit ist, zehn Prozent mehr für einen Pullover auszugeben? Mittels der Conjoint-Analyse findet ein Institut dies ganz genau heraus! Oder stellen Sie sich die Frage, ab wann die Produkteigenschaft „salzig“ ihrer Salzstangen zu keinem nennenswerten Effekt für die Gesamtzufriedenheit des Kunden mehr führt? Dann ist die Treiberanalyse das Mittel der Wahl. „Wir bieten viele unterschiedliche Analysemethoden an, sodass wir für jedes Problem die richtige Lösung finden,“ so Krämer.

Dokumentation.

Klarheit statt Datensalat. „In dieser letzten Phase geht es um die Interpretation und Anwendung der erhobenen Daten“, so Krämer. Dem Institut stehen unterschiedliche Wege zur Verfügung, um die Daten aufzubereiten, sei es „ein Tabellenband oder aber ein Schaubildbericht.“ Das finale Dokument enthält die Handlungsempfehlungen und Interpretationen der gewonnenen Daten, auf deren Basis der Kunde seine Marketingentscheidungen treffen sollte. „So findet jeder Kunde den für ihn bestmöglichen Weg, Marketingziele mithilfe der Marktforschung zu erreichen und umzusetzen“, fasst Krämer zusammen.

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Welche Skala ist die richtige für mich?

Gerade versus ungerade Skala

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Die Wahl der optimalen Antwortskala ist eine vieldiskutierte Frage, der wir uns im Folgenden widmen. Wir beschränken uns auf den Unterschied zwischen einer geraden sowie einer ungeraden Skala und erläutern Ihnen die Vor- und Nachteile beider. Ganz allgemein dient eine Ratingskala zunächst einmal dazu, Bewertungen entsprechenden Zahlen bzw. Rängen zuzuordnen. Mit ihrer Hilfe können wir also rangbasierte Aussagen von Teilnehmern erfassen und auswerten. Bei einer Ratingskala ist es notwendig, dass zumindest Anfang und Ende mit einem Text versehen sind, sodass der Befragte überhaupt in der Lage ist, aus der Auswahl der Optionen eine Antwort zu wählen. Zudem nehmen wir bei einer Skala den immer gleich großen Abstand zwischen den einzelnen Bewertungsschritten an. Soweit zu den formalen Aspekten einer jeden Ratingskala.

Finden Sie die optimale Skalenlänge

„Die Wahl der Skalenpunkte ist immer auch abhängig vom Projekt und seinem Anspruch", konstatiert unsere Junior-Projektleiterin Nadine Corleis. "Eine allgemeingültige Aussage die optimale Anzahl betreffend, ist schlichtweg nicht möglich." Allerdings führten zu viele Stufen – beispielsweise eine Zwölferskala - häufiger zu Überforderung der Befragten, da diese Art der Skala zu komplex sei. „Es kommt dann vor, dass die Teilnehmer nicht mehr differenzieren können, ob sie z.B. ein Produkt mit einer sieben oder einer acht bewerten sollen“, so Corleis. Gleichwohl bietet eine Skala mit vielen Stufen die Möglichkeit der feineren Abstufung und besseren Differenzierung (Weiteres zum Thema Konzipierung eines Fragebogens finden Sie übrigens hier.)

Als optimal hätten sich Abstufungen zwischen fünf und sieben erwiesen, so die Junior-Projektleiterin weiter. Nun gilt es „nur noch“, zu wählen, ob man sich für eine gerade oder eine ungerade Skala entscheidet.

Eindeutigkeit erhalten durch die gerade Skala

Die Vorteile einer geraden Skala sind gleichzeitig die Nachteile der ungeraden. Eine gerade Skala bietet eine eindeutige positive bzw. negative Verteilung. Jede Antwort ist somit ausdrücklich zustimmend oder ablehnend. Der Nachteil besteht jedoch darin, dass eine Antwort erzwungen wird, obgleich ein Befragter evtl. eine weder positive noch negative Meinung hat. Zudem birgt dieser Umstand die Gefahr der wahllosen Falschangabe, da die passende Antwort ja nicht zur Verfügung steht. Ein Lösungsansatz ist es, eine Antwortoption wie „Weiß ich nicht“ oder „Kann ich nicht beurteilen“ einzubauen. Misst man beispielsweise das Markenimage, kommt es nämlich schon vor, dass die Befragten keine Meinung dazu haben, beispielsweise, weil sie ein Unternehmen gar nicht gut genug kennen, um bestimmte Aspekte des Images beurteilen zu können

Dieser Lösungsansatz birgt aber gleichzeitig auch die Gefahr der Falschantwort. „Möchte es sich ein Proband einfach machen, kreuzt er diese Möglichkeit der undifferenzierten Antwort an“, so die Junior-Projektleiterin. Dafür müsse er nicht viel nachdenken und spare Zeit. Zudem werde diese Antwortoption manchmal auch von denjenigen Befragten genutzt, die eigentlich eine Meinung haben, sich jedoch nicht als Experte auf dem Gebiet wahrnehmen und daher eingeschüchtert sind. Auch hier entstünde dann letztlich ein falscher Datensatz. Ob man sich also dazu entschließen sollte, eine alternative Antwortoption in eine gerade Skala einzubauen, hängt vom gesamten Projekt und den daran geknüpften Erwartungen ab. Dies kann Ihnen ein professionelles Institut allerdings beantworten.

Grafik: Die ungerade Skala enthält stets einen neutralen Mittelwert

Pluspunkt ungerade Skala: Befragte können neutrale Antworten geben  

Der geraden Skala steht die ungerade Skala gegenüber. „Hier hat der Befragte stets die Möglichkeit, eine neutrale Antwort anzugeben“, erklärt Corleis. Die ungerade Skala verhindert somit das Erzwingen einer bestimmten Antwort. Gleichzeitig besteht hier natürlich wieder das Problem der Tendenz zur Mitte: Der Befragte vermeidet im schlechtesten Fall extrem positive sowie negative Bewertungen. Zudem erleichtere der „Fluchtpunkt“ den Befragten es, sich in ihre Unsicherheit sowie in ihre Bequemlichkeit zu ergeben und „schnell mal die neutrale Antwort zu wählen“.

Gerade Skala oder ungerade Skala? Die Antwort ist eindeutig

Um auf die Eingangsfrage zurückzukommen: Entscheiden Sie sich für die Skala, die am besten zu Ihrer Fragestellung passt! Es ist von Fall zu Fall ganz unterschiedlich, welche Ratingskala die optimale ist. Ein Profi sollte Ihren Einzelfall unbedingt genau analysieren und dementsprechend eine gerade Skala oder aber eine ungerade Skala wählen. Denn dann klappt es auch mit den Ergebnissen.

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Design Thinking – die Kraft der Kreativität

Auch in der Marktforschung eine erfrischende Methode für schwungvolle Ideen

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Für die qualitative Marktforschung können Kreativprozesse von großem Nutzen sein – mit einem von ihnen beschäftigen wir uns in diesem Beitrag näher – dem Design Thinking.

Design Thinking verhilft Unternehmen dazu, sowohl schneller als auch auf eine weit unüblichere Weise zu Innovationen zu gelangen. Dabei geht es darum, offen zu sein gegenüber dem gesamten Innovationsprozess, obgleich zunächst einmal keine messbaren Ziele anvisiert werden. Stattdessen nähern wir uns auf experimenteller Basis der Lösung eines Problems an. Dabei steht stets der Nutzer oder User im Fokus: Ein jedes Unternehmen möchte sein Produkt so im Markt positionieren, dass es den potentiellen Nutzer optimal anspricht. Dafür ist es natürlich vonnöten, den Nutzer tatsächlich zu verstehen - bei jedem neu entwickelten Produkt oder auch Service gehen wir beim Design Thinking von dem Ansatz aus, dass die Bedürfnisse des Nutzers im Fokus stehen.

Kreative Aspekte erweitern klassische Methoden

Und hier kommt die Marktforschung ins Spiel: „Das Design Thinking ergänzt die klassische Methode der Marktforschung um innovative und kreative Aspekte“, erläutert unsere Junior-Projektleiterin Marike Galanopoulos.

Beim Design Thinking entwickelt eine interdisziplinäre Gruppe eine Lösung zu einem Problem. Interdisziplinarität ist hier gleichsam der Schlüssel zum Erfolg, da „mehr Wissen zusammenkommt und ein Sachverhalt aus ganz unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet wird“, so Galanopoulos.

Mit Hilfe der drei folgenden Ansätze können Sie sich dem Design-Thinking-Prozess annähern:

  1. Attraktivität: Welche Nutzer-Bedürfnisse sollen befriedigt werden und wie attraktiv ist die Idee für selbigen?
  2. Umsetzung: Wie können Sie die Idee – auch aus technischer Sicht – realisieren?
  3. Wirtschaftlichkeit: Sind Ihre Vorstellungen utopischer Natur oder tatsächlich rentabel?

Ziel bei allen drei Ansätzen ist die Entwicklung eines Prototyps, den das Entwicklungsteam buchstäblich „be-greifen“ kann. So können die Teilnehmer bereits sehr früh feststellen, ob eine Lösung auch wirklich realisierbar ist und welche Probleme möglicherweise auftreten können: „Solche Prototypen bieten die Möglichkeit, mit geringer Investition viele Tests durchzuführen“, so Galanopoulos. Da dieser Prototyp im Prozess des Design Thinking gemeinsam entwickelt wird, dient er zudem „als Instrument der Kommunikation über Details, die zur Lösung führen.“

Design Thinking fördert Teamgeist

Der Design-Thinking-Prozess hilft uns, bereits an einer sehr frühen Stelle im Entwicklungsprozess „Fehler, Lücken oder Probleme aufzudecken“, so Galanopoulos. „Dadurch, dass bereits in diesem Prozess Ziele und Abstimmungen im Team erfolgt sind und definiert wurden, wird der Abstimmungsbedarf im weiteren Verlauf minimiert.“ Zudem liefere Design Thinking Motivation und fördere den Team Spirit.

Wie kann der Prozess des Design Thinking aussehen?

Anhand eines konkreten Beispiels möchten wir Ihnen nahebringen, wie eine solche kreative Session gestaltet werden kann. In unserem Beispiel unterteilen wir sie in drei Phasen, die jeweils strengen Zeitreglementierungen unterliegen (doch natürlich sind noch weit mehr Prozesse denkbar und möglich, da die Methodenvielfalt extrem groß ist):

  1. World Cafè: Bei der Verdichtung der Ergebnisse geht es darum, das zentrale Problem zu erkennen und zu definieren.

Stellen Sie sich vor, Sie haben ein Produkt und sind auf der Suche nach der passenden Verpackung. Auf verschiedenen Flipcharts werden unterschiedliche Fragen notiert, auf die Sie Antworten suchen. In unserem Fall lesen Sie auf Chart 1 „Wie groß ist das Produkt?“, auf Chart 2 „An wen wird es verschickt?“ und auf Nummer 3 „Welche Verpackungsarten gibt es?“ Die unterschiedlichen Gruppen bekommen nun vier Minuten pro Flipchart Zeit, alles zu der jeweiligen Frage zu notieren, was ihnen einfällt. Hier darf jeder alles sagen und es gibt keine Einschränkungen. Danach wird rotiert und alle bis auf jeweils ein Gruppenmitglied wechseln das Chart. Derjenige, der am Chart bleibt, erklärt der neuen Gruppe, worum es bei der aktuellen Frage auf dem jeweiligen Chart geht.

  1. Danach geht es in die Entwicklung effektiver Ideen: Die besten Ideen werden hier zu Prototypen umgesetzt und getestet. Auf Grundlage dieser Tests werden die Feedbacks von Nutzern und Stakeholdern in die nächste Stufe der Lösung eingearbeitet. Es kommt vor, dass Probleme aufgedeckt werden, die Rückschritte fordern, doch genau diese Mehrfachschleifen, die so genannten Iterationen, sind es, die das Design Thinking ausmachen. Denn jedes Zwischenergebnis eignet sich wieder für einen neuen Test. Auch können die Teilnehmer so an bereits bestehende Ideen anknüpfen.

Im nächsten Schritt tauschen sich die Gruppen innerhalb von neun Minuten über Risiken, Schwächen und Probleme aus. Worst Case: Was ist, wenn die Verpackung reißt? Was ist, wenn die Verpackung nur Mädchen anspricht? Die Gruppe arbeitet in kürzester Zeit die negativen Seiten heraus, die bedacht werden müssen.

  1. Innovativ das Problem lösen: Im letzten Schritt werden dann die Lösung und das Ziel präzisiert.

In diesem Schritt bekommen die Entwicklungsteams eine Stunde Zeit und viele unterschiedliche Materialien, um jeweils einen Prototyp herzustellen. Zeitungen, Stifte, Scheren, Legosteine – all das und vieles mehr können die Gruppen nutzen, um einen Prototypen zu entwickeln und dann zu bauen, zu malen, zu schreiben. Dieser dritte Part des Prozesses ist derjenige, bei dem die Teilnehmer wie ein Kind an die Sache herangehen dürfen. Durch den hohen Spaßfaktor entstehen oft einzigartige und kreative Ideen. Im Idealfall können im Anschluss erste Nutzertests durchgeführt werden oder aber die Teilnehmer stellen fest, dass eine Idee verworfen wird. Aufbauend auf den so entstandenen Prototypen können dann verschiedene Methoden genutzt werden, um herauszufinden, ob das Verpackungs-Problem so gelöst werden kann.

Welchen Nutzen stiftet Design Thinking konkret für die Markforschung?

Für die Marktforschung ist das Design Thinking eine Möglichkeit, über den Tellerrand hinauszusehen, der mit klassischen Studien aus aggregierten Daten gefüllt ist. Die Marktforschung sieht es als ihre Aufgabe, Unternehmen auf ihrem Weg dabei zu unterstützen, ein Produkt bestmöglich auf dem Markt zu platzieren. Genau diese Unterstützung bietet eben auch das kreative Konzept des Design Thinking – es bringt ein zielgruppengerechtes Produkt oder eine Leistung auf den Markt. Durch die Kreativität sieht sich die Marktforschung nun in der Lage, aus dem klassischen Raster auszubrechen und sich für weitere Disziplinen zu öffnen. Design Thinking und Marktforschung haben eine Schnittstelle gefunden, wodurch qualitative Konzepte mit dem Fokus auf bestimmte Nutzerzielgruppen mehr Aufmerksamkeit bekommen.

Weitere Informationen zum Thema "Design Thinking" finden Sie in unserem kostenlosen White Paper, das Sie hier anfordern können:

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